Mathematik: BNE
Shownotes
Mathematik trifft Nachhaltigkeit! Im Unterricht geht es längst nicht nur um Zahlen und Formeln – sondern darum, wie wir mit Daten, Modellen und mathematischem Denken die Welt verstehen, uns bewusst entscheiden und unsere Welt verantwortungsvoll mitgestalten können. Statt eingekleideter Aufgaben geht es um relevante Probleme aus dem privaten und gesellschaftlichen Umfeld. Wir schauen uns an, wie Mathematikunterricht und Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) Hand in Hand gehen: von alltäglichen Bezügen bis zu größeren Fragen unserer Zukunft.
In dieser Folge findest du heraus, wir du
- mit Alltagskotexten in die Arbeit am Thema Nachhaltigkeit einsteigen kannst
- in überschaubaren Unterrichtseinheiten oder Mini-Projekten die Relevanz der Mathematik erlebbar machst
- eine Unterrichtskultur etablierst, in der Meinungen und Haltungen offen diskutiert und Behauptungen mathematisch untermauert werden.
Mehr erfährst du in der Ausgabe 72 „Mathematik und BNE“ von Mathematik 5-10, erschienen im Friedrich Verlag.
Im Podcast hörst du unseren Moderator Tim Kantereit im Gespräch mit Antonius Warmeling (Materialentwickler und Fortbildner)
Transkript anzeigen
00:00:03: Einfach unterrichten.
00:00:05: Der Podcast von Friedrich Plus aus dem Friedrich-Verlag.
00:00:09: Wir bringen innovativen Unterricht
00:00:11: für Lehrkräfte auf den Punkt.
00:00:15: Willkommen zu Einfachunterrichten Mathematik.
00:00:17: Ich freue mich, dass ihr heute wieder dabei seid.
00:00:20: In jeder Folge sprechen wir darüber, wie Mathematikunterricht lebendig wird, wie wir als LehrerInnen unsere SchülerInnen für das Fach begeistern können.
00:00:29: Und heute geht es um ein Thema, das uns alle betrifft, nämlich Nachhaltigkeit.
00:00:34: Zu Gast ist heute Antonius Warmeling.
00:00:37: Er ist gemeinsam mit Christoph Meizen, Autor oder Herausgelber vielmehr, der Ausgabe Mathematik fünf bis zehn, in der sich alles um Bildung für nachhaltige Entwicklung, also BNE kurz gesagt, dreht.
00:00:51: Antonius arbeitet als Autor, Moderator und Fortbildner und setzt sich dafür ein mathematische Kompetenzen mit nachhaltigem Handeln zu verknüpfen.
00:01:00: Schön, dass du da bist, Antonius.
00:01:01: Ja, schönen guten Tag.
00:01:03: Freu mich auch.
00:01:04: Schön, dass du da bist, Antonius.
00:01:06: Lass uns mit einem kleinen Einblick starten.
00:01:08: Warum ist die Kombination aus Mathematik, Dein und Nachhaltigkeit auf der anderen gerade jetzt so wichtig?
00:01:15: Ja, wir sehen, dass die Welt sicher nur nicht gerade nachhaltig entwickelt.
00:01:20: Wir haben die verschiedensten Krisen von der Klimakrise über den Rückgang der Arten bis hin zu Ressourcenproblemen.
00:01:30: Wir haben also genug Probleme und wir müssen dahin kommen, dass wir diese nachhaltiger gestalten.
00:01:38: Und ich finde, da ist Mathematik genau das richtige Fach.
00:01:42: Denn Mathematik kann dazu eine ganze Menge beitragen.
00:01:46: Ich bin ja selbst Geografielehrer.
00:01:48: Jetzt hätte ich gesagt, Geografie und BNE passt wunderbar.
00:01:52: Da ist ein gutes Match.
00:01:54: Aber was bedeutet BNE denn konkret für unseren Mathematikunterricht?
00:01:59: Was kann man da machen?
00:02:00: Man kann eine ganze Menge machen, denn die Mathematik arbeitet ja mit Daten, mit Zahlen.
00:02:08: mit Modellen und kann auf dieser Basis, ich nehme mal das einfache Beispiel Daten, kann Daten darstellen, sodass sie besser erfasst werden können, besser verstanden werden können.
00:02:18: Mathematik kann aber auch Daten analysieren, kann Daten komprimieren und natürlich, wenn man weiß, dass man sich da auch auf ein bikeless Feld begebt, man kann auch Pugnosen machen.
00:02:33: Wir wissen ja, Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen.
00:02:38: Aber das können wir tun.
00:02:40: Und wenn wir uns klar sind, dass das nicht unbedingt zutreffen muss bzw.
00:02:44: wenn wir uns klar sind, dass das rauskommt, was wir auch reinstecken, dann können wir mit Prognosen vernünftig umgehen.
00:02:50: Und so haben wir ganz viele Zugänge.
00:02:52: Ich erwähne vielleicht auch noch den Bereich Jochastik, also die Wahrscheinlichkeitsrechnung.
00:02:57: Auch da gibt es einige Verknüpfungsmöglichkeiten.
00:03:03: Wenn man die Wissenschaft schaut sowieso, da wird ganz viel mit Statistik gearbeitet und auf einer niedrigen Ebene kann man das auch in der Schule
00:03:11: tun.
00:03:11: Im Editorie, der Ausgabe heißt es ja, dass Mathematikunterricht nicht nur fachliche Kompetenzen vermittelt, sondern auch dazu beitragen kann, relevante Themen kritisch zu hinterfragen.
00:03:23: BNE wurde ja durch, also du darfst mich gerne unterbrechen, falls das falsch ist, was ich erzähle.
00:03:27: Aber ich glaube, BNE wurde durch die UN-Dekade, zwei Tausend Fünf bis zwei Tausend Vierzehn.
00:03:33: und die Sustainable Development Goals zu einem zentralen Bildungsziel gemacht.
00:03:38: Richtig.
00:03:39: Also Aufgaben sollen vielfach thematisieren, Perspektivwechsel ermöglichen und Handlungsmöglichkeiten aufzeigen.
00:03:46: Wie spiegelt sich das in den Beiträgen in der Zeitschrift Mathematik fünf bis zehn wieder?
00:03:54: Ich muss eben noch sagen, der Begriff Bildung für nachhaltige Entwicklung ist schon ein bisschen früher einstanden, nämlich einig nach der Konferenz von Rio.
00:04:02: Aber wie das immer so ist, dauert das eine Weile, bis das auch in der Schule ankommt.
00:04:06: Und da waren genau die beiden zentralen Geschichten einmal die BNE-Dekade, Nachhaltigkeitsdekade von zwei tausendfünf an.
00:04:16: Und vor allem die Systemoblade Development Goals, ganz wichtige Meilensteine.
00:04:20: So, jetzt schauen wir mal auf ein Beispiel.
00:04:25: Nehmen wir das Beispiel, was auch von mir und Christoph Meizen stammt, wo es um ein Post in einem sozialen Netz wegging.
00:04:35: und was kann Mathematik da machen?
00:04:38: Wir haben uns dann angeschaut, worum geht es eigentlich in dieser Aussage, die in dem Post gemacht wurde, es ging darum, zu gucken, kann man die Gliedemarkrise dadurch lösen, dass wir die Zahl der Menschen auf der Erde beschränken oder möglichst noch sogar kleiner machen.
00:04:58: Und wir haben dann einen.
00:05:00: Man kann etwas sagen, ein Spiel entwickelt, wo die einmal die CO-Zweihemissionen, an denen man ja die Klimakrise messen kann, durch Klötzchen dargestellt werden und die Zahl der Menschen durch Scheiben.
00:05:12: Und wenn man das auf der Weltkarte aufbaut, wir haben eine große Weltkarte genutzt, die sieben Weltregionen betrachtet, also nicht die einzelnen Länder, das wird zu viel, aber die sieben Weltregionen, dann kann man feststellen, oh, zum Beispiel im Bereich Ostasien, Da haben wir eine riesige Menge an CO².
00:05:31: Das sieht fast so aus, als wenn die Hälfte der CO²-Emissionen auch ungefähr so dort entsteht.
00:05:38: Und wenn man dann die Perspektive wechselt, also ein mathematischer Perspektivwechsel, nämlich die Pro-Kopf-Emissionen betrachtet, dann sieht man plötzlich, ah, die größten Pro-Kopf-Emissionen sind eindeutig im amerikanischen, nordamerikanischen Raum.
00:05:53: Und in China ist es ungefähr wie bei uns hier in Europa.
00:05:58: so ein Perspektivwechsel, den man da schon mal darstellen kann.
00:06:03: Und dann haben wir noch einen draufgesetzt und haben gesagt, gut, dann lass uns doch mal überlegen.
00:06:08: Wir denken mal zehn Jahre weiter.
00:06:10: Nehmen an, wir haben eine Milliarde Menschen mehr.
00:06:14: Wir sagen, in Afrika können die Menschen auch doppelt so viel CO² produzieren wie jetzt, weil die sind ja auf einem sehr niedrigen Level.
00:06:23: Und bei den anderen Ländern nehmen wir nur mal an, sie würden ihre Emissionen halbieren.
00:06:28: Sie müssten ja eigentlich viel weiter noch bis zum Jahr zwanzigvierzig sein, aber wir haben das mal vorsichtig formuliert.
00:06:33: Und dann bauen die Schüler die die Klötzchen und die Scheiben um und stellen plötzlich fest, sie haben eine ganze Menge Klötzchen übrig.
00:06:40: Und da ist immer die Frage, was ist das jetzt?
00:06:42: Ah ja, sagen Sie, wir haben mehr Menschen, aber wir haben weniger CO-Zwei.
00:06:46: Also liegt es nicht daran, dass die Bevölkerungszahl stark wächst.
00:06:51: Das ist ein kleiner Beitrag, aber der wird überkompensiert, dadurch, wenn die Industrieländer Es schaffen, ihre Emissionen deutlich zurückzuführen.
00:06:58: Das ist so ein Beispiel.
00:06:59: Das war auch eine der ersten Unterrichtsideen, glaube ich, in dem Heft, wo es um dieses Leitungswasser, Mineralwasser geht.
00:07:07: Da haben wir es ähnlich, genau.
00:07:09: Da geht es ja auch darum, zu gucken, wie kann ich den Kriterien gestützt und möglichst aus Daten gestützt, entscheiden, was ist besser.
00:07:16: Kaufe ich lieber Leitungswasser, kaufe ich lieber oder nämlich Mineralwasser.
00:07:20: Oder bei der Schokolade.
00:07:22: Das war ja das zweite Beispiel in der Fünf, sechs.
00:07:25: wo die Autorinnen geschaut haben, ist die fair gehandelte Schokolade die bessere oder die von Aldi oder so.
00:07:35: Und das macht man nicht aus dem Bauch raus, sondern man guckt sich an, welche Kriterien kann ich anwenden und kriege ich Zahlen dazu und dann kann man es entscheiden.
00:07:44: Um jetzt mal auf die beiden Beispiele nochmal einzugehen, weil die Hörerinnen wissen jetzt ja noch nicht, was damit genau auf sich hat.
00:07:51: Es geht darum, dass die Schülerinnen und Schüler Also in dem Beispiel mit dem Mineralwasser, mit hilfe funktionaler Zusammenhänge untersuchen, wie viel Wasser sie über ein Leben hinweg trinken und dann können sie Kosten vergleichen, die CO-Zwei-Emission vergleichen und dann erkennen, dass Leitungswasser deutlich günstiger und umweltfreundlicher ist.
00:08:13: Genau, das meinte ich eben mit Daten erheben.
00:08:16: In diesem Fall haben die so gemacht, dass sie über ein Leben lang geguckt haben, dann hat man schöne große Zahlen.
00:08:22: Und kann auch, kann auch gut vergleichen.
00:08:25: Da hat eine Heben und dann muss ich klar kriegen, welche Kriterien wende ich an.
00:08:28: Und du hast jetzt genau zwei genannt, ne?
00:08:29: CO-Zwei-Emissionen und natürlich die Kosten.
00:08:32: So, und wenn ich die gegeneinander aufwege oder abwege, dann ist, glaube ich, die Entscheidung eigentlich klar.
00:08:39: Dann kann aber trotzdem noch jede Schülerin oder jeder Schüler sagen, ah, ich möchte aber doch lieber Leitungswasser trinken, weil das lieber Mineralwasser trinken, weil das mir einfach besser schmeckt.
00:08:51: Was wir nicht wollen, ist der erhobene Zeigefinger.
00:08:54: Du musst jetzt unbedingt für die nachhaltige Lösung sein oder vielleicht sieht jemand das als die nachhaltige Lösung an.
00:09:02: Und das ist ganz wichtig dabei.
00:09:04: Das
00:09:04: haben wir auch schon ein bisschen gespoilert und das Ergebnis quasi schon vorweg gesagt.
00:09:09: Aber man konnte es sich wahrscheinlich auch schon denken, dass wenn man jetzt die Kosten und CO² Emissionen nimmt, dass dann natürlich das Kriterium eher fürs Leitungsmesser ausschlägt.
00:09:19: Auch das andere Beispiel.
00:09:21: mit der Unterrichtsreihe fair naschen oder Unterrichtseinheit fair naschen.
00:09:26: Ein schönes Watchspiel.
00:09:27: Genau.
00:09:28: Schokolade.
00:09:29: Da geht es um Schokolade.
00:09:30: Und da soll es ein Video geben über Kakaoanbau.
00:09:35: Und dann analysieren sie Zucker- und Preisangaben und diskutieren Arbeitsbedingungen und Umweltprobleme.
00:09:41: Und hier ist die Mathematik jetzt wieder ein Werkzeug, um bewusste Kaufentscheidungen zu treffen.
00:09:48: Welche Kompetenzen können dadurch gefördert werden?
00:09:51: Ich sage mal, auf der einen Seite muss ich natürlich wieder, ich komme wieder auf die Daten zurück, also ich habe einmal das Problem Daten erstmal zu recherchieren, dann muss ich sie darstellen, unter Umständen und Auswerten.
00:10:04: Und dann habe ich ja in diesem Fall mehrere Kriterien, die nebeneinander stehen und muss dann schauen, wie kann ich die miteinander verbinden?
00:10:13: Kann ich sie überhaupt verbinden?
00:10:14: Oder ist für die eine das eine Kriterium wichtig und für den anderen das dritte Kriterium wichtig?
00:10:20: Also das ist immer die Freiheit, die jede Schülerin haben muss.
00:10:24: Und von daher haben wir da jetzt, sagen wir mal, von der Mathematik selbst brauchen wir im Prinzip nur die Grundrechenarten.
00:10:33: Es hat den Bestellen vielleicht noch eine Funktion auf.
00:10:36: Aber auf dieser Basis der Daten, dann Kriterien gestützt zu entscheiden, das ist auch wichtig, finde ich, eine wichtige Kompetenz.
00:10:44: Ja, und wenn man jetzt ein bisschen ältere Jagen geschaut, also Das war jetzt ja eher so für die unteren Jahrgänge.
00:10:53: Genau.
00:10:53: Wenn man jetzt in die älteren Jahrgänge schaut, da gibt es jetzt zum Beispiel einmal das, was du vorhin schon genannt hast, wo die Lernenden diesen Post aus den sozialen Netzwerken prüfen.
00:11:06: Und es gibt aber noch etwas zum Bereich Essen.
00:11:11: Also der Beitrag reflektiert Essen.
00:11:14: Schulgelände als Acker.
00:11:16: Da geht es darum, dass die Lernenden auch Ja, betrachten, wie viel Ackerfläche benötigt wird, um Zutaten für verschiedene Gerichte herzustellen.
00:11:27: Also, Linsenkörrig kann man jetzt hier nennen, zum Beispiel.
00:11:31: Gegen Burger.
00:11:32: Genau.
00:11:34: Genau, wieder eine schöne Gegenüberstellung.
00:11:37: Und da arbeiten Sie zum Beispiel dann ja mit Zuordnung, diskutieren, Konsumentscheidung.
00:11:44: Und was können die Schüler hier raus mitnehmen?
00:11:46: Also Sie lernen einmal, dass es... eine Möglichkeit gibt, diese beiden Gerichte, nennen wir jetzt mal nur die als Beispiel, das kann man für jedes andere Prinzip ja auch machen.
00:11:57: Dadurch zu vergleichen, dass man, das ist das zentrale Kriterium, wie viele Fläche brauche ich eigentlich dafür.
00:12:04: Fläche ist ja nicht unbegrenzt verfügbar, also ist es ja auch wichtig, dass man Flächen schon nutzt.
00:12:13: Das heißt, durch bestimmte Lebensmittel kann ich oder für bestimmte Lebensmittel brauche ich weniger Fläche, für andere mehr.
00:12:20: dann habe ich natürlich die Mathematik, um die Flächen zu berechnen.
00:12:23: Und dann kann ich auf der Basis und mit den anderen Kriterien vergleichend wieder eine Entscheidung treffen.
00:12:31: Also da kommen wir ein bisschen in die Geometrie mit rein.
00:12:34: Natürlich auch Auswertung von Daten, das zieht sich eigentlich durch alle Beispiele.
00:12:37: Was mir gleich auffällt, ist, dass man ja klassisch, da ich mal im Schulbuch häufig ein Vorgehen findet, was sich an verschiedenen mathematischen Inhalten orientiert und hier ist es ja eher so ein Zusammenschluss von vielen und das führt mich natürlich auch gleich zu der Idee der von so projektartigem Unterricht.
00:13:00: Und da gibt es ja auch die Idee dieser Miniprojekte, bei denen dann lerne eigene Forscherfragen entwickeln und versuchen mit mathematischen Werkzeugen zu beantworten.
00:13:11: Und da gibt es ein Beispiel, auf das ich gerne eingehen würde, nur das ist die Frage, ist es in Köln im Winter wärmer geworden?
00:13:18: Wobei dann die, genau was macht die, was macht die Klasse da?
00:13:21: Aber was ist vielleicht auch der Mehrwert in solch einer Projektarbeit?
00:13:25: Ja, also vielleicht, ich fange nochmal ein bisschen, gehe nochmal ein Stück zurück.
00:13:29: Ich habe, wer das vielleicht nicht kennt, es gibt den sogenannten Orientierungsrahmen für den Lernbereich globale Entwicklung.
00:13:37: Der gibt es ein paar Rahmenvorgaben, wie nachhaltige Unterrichtsprojekte aussehen könnten und sollten.
00:13:46: Und da ist zum Beispiel ein Kriterium, dass die Schüler auch selbst organisiert und ja selbst organisiert lernen, erproben sollen.
00:13:55: Das wird man nicht immer machen können, weißt du als Lehrer auch, aber immer wieder finde ich, immer wieder muss man es tun.
00:14:02: Und bei dem ist es jetzt so, einmal kommt das Thema von den Schülerinnen und Schülern, was ich gut finde, weil das ihr Interesse stärkt, sie werden ernst genommen.
00:14:13: Sie fühlen sich auch ernst genommen.
00:14:15: Und dann müssen sie natürlich auch all das machen, was man als Forscher machen muss, nämlich sie sammeln Daten, sie stellen sie da.
00:14:23: In diesem Fall nehmen sie ja so unter einer so Boxplots.
00:14:27: Und schauen sich die an und gucken mal, aha, da liegt der Durchschnitt, da sind die Ausschläge und vergleichen dann.
00:14:35: Ja, der Medien zum Beispiel liegt deutlich weiter rechts in diesem Fall als vor ein paar Jahren oder Jahrzehnten.
00:14:43: Damit hat man also schon den Kriterium, wie man diese oder was man dabei gewinnt.
00:14:53: Man muss bewerten und man muss auch sich dann vielleicht im Anschluss nochmal darüber unterhalten.
00:14:59: Ja, was heißt das denn jetzt für mich eigentlich?
00:15:02: Handeln ist ja ein ganz zentraler Kompetenzbereich, der immer mit bedacht werden soll.
00:15:07: Also nochmal kurz, wir haben erkennen bewährten Handeln.
00:15:11: Das sind die drei Kompetenzbereiche und die sind die, was durch so Kernkompetenzen belegt.
00:15:16: Und der Bereich Handeln, der kam bisher in der Schule sehr häufig zu kurz.
00:15:22: Also in der Mathematik kennt man es ja klassische Aufgaben aus dem Schulbuch.
00:15:28: Man löst sie, hat eine Lösung, schreibt eine Antwort, ist fertig.
00:15:33: Und bei BNE ist man da eigentlich noch lange nicht fertig, sondern dann müsste man einmal gucken, hat man die richtigen Annahmen getroffen.
00:15:42: Hat man bei der Prognose, wenn man eine gemacht hat, vielleicht eine richtige Funktion oder auch eine falsche Funktion verwendet, also muss man vielleicht nochmal zurück und neu denken.
00:15:51: Und was bedeutet das für mich, wenn man jetzt ist, ist in Köln wärmer geworden.
00:15:56: Da kann man daran vielleicht nicht direkt was ändern.
00:15:59: Wenn man aber weiß, dass die Temperaturentwicklung auf der Erde ja auch durch den CO²-Ausstoß bedingend wird, ganz eindeutig, dann würde ich sagen, könnte man für sich entscheiden, ich engagiere mich zum Beispiel lokal irgendwo in einer Initiative oder ich spare CO², indem ich Mehr Bus und Bahn fahre.
00:16:20: gut das für Schülerinnen und Schüler am meisten sowieso der Normalfall.
00:16:23: Aber mich nicht mehr vom Papa haben wir mal zur Schule bringen lassen, sondern in der Bus oder das Fahrrad.
00:16:28: Genau es gibt dann in der Möglichkeit was man dann theoretisch machen kann.
00:16:32: Was ich ja schön finde ist, dass man tatsächlich als Schüler hört man ja oft davon erst wird wärmer und Klimawandel und so weiter, aber wenn man wirklich die Daten ermittelt und selber guckt und selber feststellt.
00:16:43: Dann ist der,
00:16:44: der
00:16:44: das ja ganz anders als wenn irgendjemand dir sagt, ja es wird immer wärmer und du hast es gar nicht selber überprüft oder gar nicht selber festgestellt.
00:16:50: Und das finde ich tatsächlich sehr gelungenes Beispiel, wie man das eben halt wunderbar vermitteln kann.
00:16:58: Genau, eigentlich auch unbedingt die Voraussetzung für eine Interessenförderung.
00:17:01: Also sich Schülerinnen und Schüler machen das ja nur engagiert, wenn sie auch davon überzeugt sind, dass das für sie was Gutes ist, also dass das für sie was bringt.
00:17:11: Und wenn man das Thema selber vorgeschlagen hat, ist man das schon auf einem guten Weg, sag ich mal.
00:17:15: Ich würde gerne nochmal weitergehen in die Oberstufe.
00:17:18: Da gibt es ja auch ein paar Beispiele in der Zeitschrift, also in den älteren Klassen.
00:17:25: Da gibt es zum einen, was mir aufgefallen ist, einen Beitrag zum Streaming und zum Achtsamen konsumieren, in dem also in der Einheit werden die Schülerinnen mit GOGBRA in Kontakt kommen.
00:17:41: Da geht es um den Energieverbrauch und die CO-Zweihemission beim Video Streaming.
00:17:46: Und das geht mit los mit sogenannten Fermifragen.
00:17:50: Also wo sie dann widersprüchlich Schlagzeilen aus den Medien haben und auch hier wieder Widerspruch erstmal oder gegenüberstehende Dinge.
00:18:01: Das scheint ja irgendwie sich durch die Ausgabe zu ziehen, dass es immer so zwei Pole gibt.
00:18:07: Genau.
00:18:07: Und was können Sie dabei lernen?
00:18:09: Oder was machen Sie erst mal in dieser Einheit?
00:18:11: Ja, bei den Fermi-Fragen geht es ja darum, sozusagen zu gucken, wie viel Streaming-Zeit habe ich denn wohl.
00:18:22: Hat wohl jeder von uns in der Woche, im Monat, im Jahr.
00:18:27: Und kommt man wahrscheinlich auf sehr erstaunliche Zahlen.
00:18:30: Jedenfalls mehr als ich sie habe, obwohl ich oft wieder am Computer sitze, aber nicht so viel streamen.
00:18:35: Ich denke, da kommen Zahlen raus, wo sich jeder erstmal ein bisschen wundert.
00:18:40: So, das ist ja das erste.
00:18:41: So, dann ist das zweite zu schauen.
00:18:45: Naja, dieses Streaming-Zeit ist ja verbunden mit Energieverbrauch oder Energie-G-Brauch.
00:18:50: Sag mal lieber, verbraucht wird ja nichts.
00:18:52: Und wenn ich das dann wiederum hochrechne oder verknüpfe mit den CO-Zweihemissionen, dann wird mir hoffentlich doch da klarer, dass geht es handeln auch Konsequenzen hat in dem Sinne das bestimmte Dinge dann passieren.
00:19:10: also ich meine es nicht negativ sondern wenn ich das mache passiert das.
00:19:13: das ist oder aus weichlich wobei das natürlich kompliziert ist haben wir da gelernt.
00:19:18: also es hängt vom gerät ab mache ich das mit dem smartphone ist es ist der energieverwoch anders als beim tablet oder beim beim großen fernseher und es kommt natürlich darauf an wie bezieht die energie?
00:19:32: ist mehr Neuerbar oder es viel Kohlgas-Energie dabei.
00:19:40: Es gibt also keine eindeutige Lösung.
00:19:41: Das ist übrigens auch ein sehr häufig klares Kennzeichen für BNE-Aufgaben.
00:19:46: Wir haben nicht mehr diese eine Lösung.
00:19:49: Die Ergebnisse von solchen
00:19:50: Modellen
00:19:50: hängen ganz stark von den Annahmen ab, weil sie gehen nach dem, was man so trägt.
00:19:53: Ja,
00:19:53: ganz klar.
00:19:54: Und sagen wir mal, man kann es jetzt noch fortsetzen.
00:19:57: zu der Zeit, als diese Aufgabe da entwickelt oder dieser Beitrag entwickelt wurde.
00:20:02: ... war ja KI noch nicht so in aller Munde.
00:20:05: Jetzt könnten wir auch feststellen ... ... oder eine Frage stellen, ... ... wie viel Energie verbrauchen dann eigentlich so KI-Anfragen, ... ... die jetzt viel häufiger passieren als Google-Anfragen.
00:20:14: Man sagt so ein Faktor zehn, ... ... und man weiß, ... ... die großen Tech-Riesen bauen Riesen, ... ... Speicher- und Server-Gebäude.
00:20:24: Das kostet alles wahnsinnig viel Energie ... ... und dann kann ich mich ja durchfragen, ... ... kann heute nicht mehr ohne KI leben, glaube ich.
00:20:31: Also ... Weil es sie gibt.
00:20:34: Man kann schon.
00:20:35: Aber ich glaube, wenn man sich völlig abzukoppeln, ist nicht richtig.
00:20:38: Aber ich kann mich dann fragen, muss ich das alles machen?
00:20:41: Oder habe ich nicht da auch die Möglichkeit, eine Selbstbeschränkung vorzunehmen?
00:20:45: Oder weiß ich, irgendwas auf dem Dach zu haben, was mir dann erneuerbare Energien zuführt?
00:20:53: Und damit habe ich es dann wieder, ist mal ein gewissen Beräuchter, und der ist nicht nur das gewissen Beräuchter, sondern... Ein Stück
00:20:57: kompensiert, ein Stück weit kompensiert.
00:21:00: Genau, es ist auch der CO-Zwei-Ausstoß natürlich verkleinert dadurch.
00:21:03: Die
00:21:03: Schüler werden natürlich in diese Situation gebracht, genau solche Fragen auch zu diskutieren.
00:21:09: Genau, und sie versuchen dann natürlich, Daten und Funktionen da einzubauen, dass es auch nicht nur aus dem Bauch macht.
00:21:15: Genau, ja, ja, nein.
00:21:16: Also wir wollen ja schon, dass sie argumentieren können dann auch.
00:21:20: Und zwar mit Matematischen.
00:21:22: Und zwar mit mathematischen Mitteln, genau.
00:21:24: Ein Beitrag war dann noch, der mir jetzt auch gestoßen ist, und zwar ging es da um den Klimawandel.
00:21:30: Und da sollte es darum gehen, dass die eine Klasse und Temperatur da an der letzten hundertvierzig Jahre im Hilfe von der Belling-Kalculation analysiert.
00:21:40: Und dann so Regissionen macht und mit Hilfe dieser Regissionen Prognosen erstellt.
00:21:46: Und dann kann diskutiert werden, ob das Eins-Kommer-Fünf-Grad-Ziel erreichbar ist oder nicht.
00:21:50: Ich habe gerade heute gehört, dass es wohl nicht mehr erreichbar ist und dass man sich jetzt schon versucht auf zwei Grad Ziel irgendwie in die Richtung zu entwickeln, zu einigen.
00:22:00: Aber das ist jetzt nur so am Rande, die Info.
00:22:05: Aber ich glaube, dass diese Aufgabe natürlich auch ein Stück weit dazu dient, kann so nochmal das Verständnis für den Klimawandel auch zu schärfen.
00:22:12: Ja, ganz genau.
00:22:13: Erst mal ist es ja schon eine sehr langen, sehr langer Zeitraum, ne?
00:22:17: Seit eight-hundert-ein-achtzig haben wir Aufzeichnungen und der deutsche Wetterdienst stellt auch all diese Daten zur Verfügung.
00:22:24: Das ist wirklich toll.
00:22:26: Wir haben jede Menge Daten.
00:22:27: Wenn man weiß, wo man sie kriegen kann, beim Deutschen Wetterdienst kriegt man unglaublich viele Mengen an Daten über Deutschland.
00:22:34: Und wenn ich jetzt die Entwicklung betrachte, dann sehe ich natürlich, naja, bis zu den Sechzig-Siebzig war das relativ schwach ansteigend und dann plötzlich geht die Kurve nach oben.
00:22:44: Und da kann man sich natürlich fragen, wie geht es weiter.
00:22:46: Und das hat ja die Gruppe auch getan.
00:22:49: Und dann haben sie Annahmen gemacht.
00:22:50: Sie haben gesagt, naja, nehmen wir mal an, es könnte exponentiell weiterverlaufen.
00:22:55: Dann kann ich eine bestimmte Funktion entwickeln.
00:22:57: und kann gucken wo bin ich denn dann oder wann bin ich denn bei bei diesen eins fünf grad mehr?
00:23:04: und das ist natürlich nicht eindeutig welche man daneben muss.
00:23:07: es gibt fälle wo das klar ist.
00:23:10: also wenn sich menschen vermehren dann ist eigentlich klar weil die neuen menschen sich auch vermehren hat man eher ein exponentielles wachstum.
00:23:17: bei den temperaturen kann man das nicht so eindeutig sagen.
00:23:20: und das ist ja das spannende daran.
00:23:22: die gucken dann einmal exponentiell sagen passt nicht so richtig linear passt auch nicht so richtig.
00:23:27: Irgendwo was dazwischen und das ist auch ganz wichtig, dass die Schüler lernen.
00:23:32: Man kann mit Daten arbeiten und kann auch vernünftige mathematische Fragestellung und und Funktionen benutzen.
00:23:40: Aber ich bin nicht sicher, dass das was ich rauskriege jetzt genau das zutrifft.
00:23:46: Aber man kann ja Trends erkennen zum Beispiel.
00:23:48: Man kann
00:23:48: Trends erkennen.
00:23:49: Genau
00:23:49: und und und die Schüler merken dadurch eigentlich auch erst, Wie komplex dieses Thema Klimapognose ist.
00:23:55: Die Klimamodelle sind natürlich viel, viel, viel komplexer.
00:23:58: Die können wir nicht nutzen.
00:23:59: Das ist klar.
00:24:00: Aber ich denke, auf dieser kleinen Ebene können wir durchaus sagen, dass es steigt, brauchen wir überhaupt nicht darüber diskutieren, wie es steigt.
00:24:09: Das ist schon eine entscheidende Frage.
00:24:11: Wir haben gesehen, in den letzten zwanzig Jahren ist es wahnsinnig schnell gestiegen, viel mehr, als man vorher gedacht hat.
00:24:17: Und das hängt natürlich auch klar damit zusammen.
00:24:20: dass die CO²-Emission immer stärker wachsen.
00:24:23: Ja, wenn wir jetzt mal abschließend den Blick auf die verschiedenen Beispiele richten, die wir heute so angegangen sind, da wird schon deutlich wie vielfältig Mathematikunterricht im Sinne von BLE sein kann.
00:24:35: Wenn man das mal zusammenfasst, dann kann man mit Alltagskontexten einsteigen, also Wasserverbrauch, Schokolade, die Streaming-Nutzung, das sind so Themen, an denen sich dann mathematische Methoden erproben lassen.
00:24:50: Man kann das in Form von Projekt- oder Miniprojekten durchführen, in denen Lernen dann auch eigene Fragen, Erstellungen entwickeln können, reale Daten untersuchen.
00:24:59: Mathematik kann auch als Instrument zur Kritik genutzt werden.
00:25:03: Also wenn man sich da zum Beispiel, das von dir eingangs erwähnte Beispiel zur Bevölkerungsentwicklung, dem CO-Zwei-Energieverbrauch, CO-Zwei-Verbrauch und dem Energieverbrauch beim Streaming oder auch mit Temperaturprognosen.
00:25:18: anschaut, dann gibt es die Möglichkeit, so Behauptungen zu überprüfen, fundierte Entscheidungen zu treffen.
00:25:26: Und man hat so eine gewisse offene Unterrichtskultur.
00:25:30: Also es gibt viel Raum für Diskussionen.
00:25:34: Lerende können ermutigt werden, verschiedene Perspektiven einzubringen und ihre Meinung mathematisch dann auch zu untermauern.
00:25:39: Ich finde dieses Beispiel zur HPV-Impfung noch ganz wichtig.
00:25:43: Also HPV ist ja... so eine Krebserkrankung, die man tatsächlich dadurch gut bekämpfen kann, dass man sich früh impfen lässt.
00:25:51: Im Prinzip müssten Mädchen, hat man früher gedacht, heute weiß man aber auch bei Jungen es ist genauso, müssten frühzeitig geimpft werden, bevor sie einen ersten Geschlechtsverkehr haben.
00:26:00: Und das legt dieser eine Beitrag da sehr deutlich da, auch mit Zahlen und Daten rein, dass man da ganz leicht ins Handeln kommt, nämlich sich überlegt.
00:26:12: Jede Impfung hat Risiken, das wissen wir, aber sind die Risiken hier in diesem Fall nicht viel kleiner, als das Risiko sich nicht impfen zu lassen und damit HPV zu kriegen.
00:26:23: Fand ich auch nochmal ein ganz wichtiges Beispiel, weil es aus der Reihe der anderen so ein bisschen raussticht.
00:26:27: Also wir haben viel mit Klima und konsequente Ernährung und so.
00:26:32: Und
00:26:32: das Tolle ist ja dabei auch, dass sie so ihre eigene Einstellungen zur Impfung auch reflektieren können.
00:26:38: Und dann eben halt auch überlegen können, wie mathematische Modelle helfen, so Entscheidungen zu treffen.
00:26:44: Und wenn jemand sagt, aber ich lass mich nicht impfen, ich halte das für zu großes Risiko, dann muss man das akzeptieren.
00:26:50: Also wir kommen ja seit Corona-Pandemie und da gab es ja wirklich diese Auseinandersetzung zwischen den Befürworter und den Gegnern und die haben sich die Argumente um die Ohren gehauen, aber keiner hat auf den anderen gehört.
00:27:02: Da sollten wir nicht wieder hin, sondern wir sollten sagen, Hier sind die Argumente, wenn du denkst, das eine ist für dich wichtig, dann mach es so.
00:27:09: Aber Handle, so wie du.
00:27:11: Handle bewusst.
00:27:13: Das ist ein schönes Schlusswort.
00:27:15: Und ich denke, damit sind wir auch dann am Ende unserer heutigen Folge.
00:27:20: Ja, lieber Hörerinnen, wenn euch das Thema interessiert, dann schaut unbedingt in die Ausgabe von Mathematik fünf bis zehn, die wir heute gesprochen haben, Mathematik und BNE.
00:27:33: Genau und ansonsten würde ich mich auch freuen, wenn du einfach oder wenn ihr einfach beim nächsten Mal wieder einschaltet und auch die nächste Episode von Einfachunterricht Mathematik nicht verpasst.
00:27:45: Also Antonius, herzlichen Dank für die Einblicke.
00:27:48: Mach's
00:27:49: gut.
00:27:49: Tschüss.
00:27:53: Das war
00:27:54: Einfachunterrichten,
00:27:55: der Podcast von Friedrich Plus aus dem Friedrichverlag.
00:27:59: Wir
00:28:00: bringen innovativen Unterricht für Lehrkräfte auf den Punkt.
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