Gibt es den "guten" Konflikt?
Shownotes
Schule ist ein „melting pot“, indem viele Personen aufeinandertreffen, die sehr verschiedene Erfahrungen und Erwartungen mitbringen - das erhöht das Konfliktpotenzial automatisch. Wie Lehrkräfte mit Konflikten umgehen und Schüler:innen helfen können, ihre Konflikte selbst zu lösen, um diese auch konstruktiv zu wenden, das erläutert dieser Podcast.
Praxistipps
- Konflikte sind unvermeidlich. Geht man konstruktiv mit ihnen um, bieten sie die Chance für Weiterentwicklung und positive Veränderungen.
- Lehrkräfte haben im Umgang mit Konflikten eine Vorbildfunktion, die nachhaltig auf das Konfliktverhalten von Schüler:innen wirkt.
- Um eine positive Konfliktkultur zu etablieren, in der angstfrei Bedürfnisse formuliert und Meinungen diskutiert werden, müssen Schüler:innen lernen, ihre eigenen Ansichten zu reflektieren und anderen Positionen mit Respekt zu begegnen.
- Schüler:innen im Konfliktfall zu begleiten, ist wichtiger, als die Rolle des Schiedsrichters einzunehmen. Indem Schüler:innen erleben, dass sie für ihre Konflikte selbst Lösungen finden können, werden sie in ihrer Selbstwirksamkeit und Entwicklung gestärkt.
Mehr dazu erfährst du in der Ausgabe 28 „Soziales Lernen II: Konflikte“ von Klasse leiten, erschienen im Friedrich Verlag.
Im Podcast hörst du die Bildungsexpertin Kati Ahl im Gespräch mit Nikola Poitzmann (tätig im Hess. Ministerium für Kultus, Bildung, und Chancen im Projekt "Gewaltprävention und Demokratielernen", u.a. Diversitiy Trainerin und Mitherausgeberin von Klasse leiten Mitherausgeberin von Klasse leiten).
Transkript anzeigen
00:00:03: Einfach unterrichten, der Podcast von Friedrich
00:00:06: Plus aus dem Friedrich-Verlag.
00:00:09: Wir bringen
00:00:10: innovativen
00:00:10: Unterricht
00:00:11: für Lehrkräfte
00:00:12: auf den Punkt!
00:00:15: Herzlich Willkommen bei Einfach Unterrichten.
00:00:18: und heute geht es um Ausgabe auch von Klasseleiten das zweite Hälfte oder die zweite Ausgab zum sozialen Lernen mit dem Schwerpunkt Konflikte.
00:00:30: Bei mir ist Nikola Polzmann, Autorin mit Herausgeberin von Klasse Leiten, Schule Entwicklungsbraterin.
00:00:38: Liebe Nikola, herzlich willkommen!
00:00:40: Hallo Kathi, ich freue mich, dass dich hier sein darf.
00:00:42: Genau mein Name ist Kathial und ich bin Podcast Host bei Einfach Unterrichten.
00:00:48: Nikola wann hattest du deinen letzten Konflikt
00:00:52: im
00:00:52: Kontext Schule?
00:00:54: Oh, das ist sogar ein aktueller Konflikt.
00:00:56: Das gar nicht lange her sondern der schwebt sozusagen gerade noch indem ich gehört habe dass in der Klasse an der meine Tochter ist ja es zu diskriminierenden Begriffen unter Schülerinnen kommt Und das ist natürlich etwas, was mich auch einfach sehr bewegt.
00:01:11: Wo ich schon spüre, da ist so ein kleiner Konflikt auch gar nicht auf der Lehrer-Einseite, weil diese recht verständnisvoll reagiert haben aber auch dass ich denke mit Eltern kann man auch einen Konflikten haben Denn ich wünsche mir, dass Eltern vielleicht zu Hause auch dazu eine Rückmeldung geben.
00:01:26: Konflikte mit Eltern?
00:01:28: Konflichte unter SchülerInnen?
00:01:30: Koninflikte mit Lehrkräften?
00:01:32: Kann es sein, dass in Schule besonders viele Konflakte auftauchen?
00:01:36: In der Schule könnte man wirklich auch so ein bisschen als Meltingport bezeichnen.
00:01:39: Also natürlich treffen dort einfach viele Menschen zusammen aus vielen verschiedenen Häusern, also mit unterschiedlichen Werten, Vorstellungen und Erfahrungen einfach mit Schule.
00:01:53: Und natürlich unterschiedliche Altersgruppen und dann eben die drei verschiedenen Gruppierungen, die du gerade aufgezählt hast.
00:02:00: Dass natürlich Lehrkräfte bestimmte Ideen und Vorstellungen haben Eltern aber auch gewisse Erwartungen haben Auch andersherum natürlich Und Schüler in untereinander mit unterhauchen Phasen sind wo sie sich ausprobieren wollen.
00:02:13: Also es ist einfach ein Ort Wo's ganz klar ist dass es Konflikte gibt plus natürlich noch viele andere Menschen Die auch in der Schulgemeinde auch Vorkommen und die auch eine Rolle spielen.
00:02:23: also Schule ist ein Ort Wo es klar ist, auch so ein bisschen als Abbild der Gesellschaft.
00:02:28: Dass das zu Konflikten kommt und dass das dann zugehört.
00:02:32: Schule als Schmelztiegel der Gesellschaft könnte ja ein richtiges Brennglas sein.
00:02:37: Das würde ja bedeuten, dass Lehrkräfte besonders gut in der Lage sein müssten mit Konfligten umzugehen.
00:02:43: Jetzt hat aber niemand kein Mensch wahrscheinlich gerne einen Konflikt!
00:02:47: Was heißt denn konstruktiver Umgang mit Konflingten?
00:02:51: Was macht man da als erstes?
00:02:54: Also vielleicht zuerst, dass du gesagt hast, dass Lehrkräfte besonders gut mit Konflikten umgehen sollten.
00:03:01: Das würde ich bejahren.
00:03:02: Das ist aber kein Automatismus.
00:03:04: also ich glaube nur wenn man Lehrkraft ist hat man nicht automatisch einen guten Umgang damit.
00:03:08: wir sind alles Erwachsene so.
00:03:10: es geht tatsächlich um eine Professionalisierung.
00:03:12: das bedeutet Ich gucke mir mal mein eigenes konfliktverhalten an.
00:03:16: wie habe ich eigentlich gelernt konflikte zu lösen?
00:03:20: Ich meine, man kennt die Menschen, die sofort in Aktion gehen und vielleicht auch so eher brüllen.
00:03:27: Es gibt Menschen, der sich eher zurückziehen und vielleicht das gegenüber mit Schweigenstrafen.
00:03:32: also der eigene Konflikstil ist interessant.
00:03:35: Und dann aber auch wie kann ich eigentlich und damit finde ich auch... Also wie kann nicht vorbildhaft auch ein Konflikt lösen?
00:03:43: Und damit eben auch zeigen, dem Ganzen sich aussetzen kann und daraus lernen können, denn wir hatten ja gerade schon festgestellt Konflikte gehören dazu.
00:03:55: Also natürlich ist es nicht angenehm in dem Moment aber Konflikte sind Chancen und das ist glaube ich auch ganz gut wenn wir sagen also dass das so zu nehmen, dass Konfliktmöglichkeiten Chancens sind um daraus zu lernen und auch zu lernen, dass aus dem konflikt ganz viel Positives erwachsen kann.
00:04:13: Okay jetzt hast du grade angesprochen jeder Mensch unterschiedlicher Konfliktyp vielleicht.
00:04:19: Ich erinnere mich aus meiner Zeit, als ich Lehrkraft war.
00:04:23: Ich wollte genauso wie alle anderen Lehrkräfte auch besonders vorbildlich mit Konfligten umgehen und trotzdem ist es manchmal vorgekommen dass sich laut geworden bin und fand das dann hinterher nicht so schön!
00:04:34: Ich erinnere mich an meine erste Stelle.
00:04:37: Da kam eine Mutter morgens so ein bisschen schmunzelt und erzählte, dass die Tochter zuhause erzählt hat.
00:04:44: Die Frau Al hatte heute einen Nervenabriss!
00:04:47: Also sie wollte
00:04:47: sagen
00:04:49: wie ist heute?
00:04:49: Er hat heute rumgebrüllt
00:04:51: und
00:04:52: wenn ich jetzt so reagiert habe wie ich das eigentlich nicht gut finde was könnte ich denn dann danach tun damit die Klasse nicht unbedingt Angst entwickelt?
00:05:04: Ich glaube, du sprichst da etwas an was wir alle kennen.
00:05:06: Also ich glaube die wenigsten Personen können und wahrscheinlich kann gar keine Person irgendwie immer nur positive Konflikten reagieren.
00:05:14: Es gibt Momente wo ich auch einfach
00:05:16: Vielleicht
00:05:17: auch sehr dünn heute, ich bin vielleicht noch in anderen Sachen passiert und... Ich habe vielleicht geschrien oder habe irgendwas gesagt was vielleicht nicht besonders hilfreich war.
00:05:26: Und ich finde dass es dann aber auch vorbildhaft ist der Klasse das, also jetzt doch vor der klasse einzugestehen und sich vielleicht auch zu entschuldigen und zu sagen gestern ja hatte ich einen Nervenabriss so wie mich das Mädchen gerade gesagt haben.
00:05:40: Und das tut mir leid und ich möchte euch einfach erklären, was eigentlich, was ich gestern beobachtet habe.
00:05:47: Was bei mir los war also zum Beispiel die gewaltfreie Kommunikation als eine Möglichkeit nehmen um auch mit SchülerInnen dann so zu arbeiten dass sie auch verstehen was bei mir vorgeht ja?
00:05:57: Und genauso auch die andere Seite der Gewaltfreien Kommunikations ist ja dann auch zu gucken auf die Empathie zu entwickeln was geschieht in meinem Gegenüber.
00:06:04: und deswegen es ist überhaupt nicht schlimm und ich glaube da darf man noch gar nicht zu hart mit sich sein dass es auch mal Situationen gibt, wo ich nicht so reagiere wie ich es idealerweise hätte tun können.
00:06:17: Aber das ist auch eine vorbildhafte Funktion.
00:06:19: hat zu sagen gestern ist das so passiert und ich entschuldige mich dafür und dann vielleicht ein bisschen kühler im Kopf anders reagieren zu können.
00:06:29: Jetzt bist du Expertin für Gewaltprävention?
00:06:32: Das sind ja nicht alle Lehrkräfte!
00:06:33: Hast Du die Grundsätze der gewaltfreien Kommunikation parat?
00:06:38: Gehen wir auf Marshal Rosenberg zurück.
00:06:41: Genau, also von Marshall Rosenberg begründet.
00:06:44: Es ist sowohl eine Haltung als Methode.
00:06:46: Ich finde es ganz wichtig, dass man die Haltung auch vor allem im Blick hat, denn nur als Methodo, wo man vier Schritte abspult, funktioniert das nicht so.
00:06:53: Das ist schon so eine Haltung, die dahinter steht, dass mal davon ausgeht, dass eigentlich alle beitragen wollen, dass jeder Mensch einen guten Grund hat für sein Verhalten.
00:07:02: und dann gibt's aber eben vier Schritten.
00:07:05: Der erste Schritt ist die Beobachtung des Mann Schilderts.
00:07:09: Was habe ich wirklich gesehen gehört?
00:07:11: Ja, also die Sinneswahrnehmung einfach mal durchgehen.
00:07:15: Das was tatsächlich auch für den anderen verständlich ist, wenn ich ihm das schildere.
00:07:21: Das Nächste sind die Gefühle, dass man sagt wie geht es mir gerade?
00:07:26: Was ist in mir los?
00:07:28: Das Bedürfnis dahinter zu entdecken, das ist ganz spannend.
00:07:30: im Gesamt zu vielen anderen Kommunikationsmodellen Dass man gut auch schaut welches Bedürfenes wurde erfüllt oder eben nicht erfüllt und Konfliktsituationen geht's oft um Unbedürfnisse, die eben nicht erfüllt wurden.
00:07:42: Und dann ist im Schluss noch um eine Bitte und die Bitte kann ganz unterschiedlich aussehen.
00:07:46: Wir sagen kennen oft die typische Handlungsbitte das wir jemanden um etwas bitten.
00:07:52: Das ist aber nicht immer die bitte die dem sind.
00:07:54: so hilfreich ist manchmal auch die bitte an mich selbst und vor allen Dingen auch mit dem anders gegenüber.
00:07:59: Die verbindungs bitte.
00:08:01: ja.
00:08:01: also man soll sich auch wirklich fragt Wie ist es bei dir angekommen, was ich gerade gesagt habe?
00:08:06: Oder was hast du verstanden von dem, was Ich grade gesagt hab.
00:08:09: Wie guckt das auf dich, Was ich grade gesagt habe, dass ich so ein bisschen gucke in So einer Art, man sagt auch liegende Acht Ein Gespräch eintauche, dass die andere Person sich auch äußern kann.
00:08:20: Und nicht jede Person kann gewaltfreie Kommunikation.
00:08:23: aber ich kann auch ein bisschen übersetzen also Ich kann dann auch was anbieten oder ich kann antizipieren Was mag die person beobachtet haben gefühlt haben?
00:08:32: Das hat sich für einen Bedürfnis und das hat sich vielleicht für eine Bitte.
00:08:35: Nehmen wir doch noch mal das Beispiel von dem Nervenabriss.
00:08:38: ich wäre also im nächsten Morgen in die Klasse gekommen und hätte gesagt Gestern habe ich mich so und so gefühlt.
00:08:43: Ich bin ziemlich laut geworden, ich weiß!
00:08:46: Ich wünsche mir von euch das und dass oder könnte ich anbieten...ich möchte gerne noch mal hören, habt ihr euch erschrocken?
00:08:54: Oder habt ihr zu Hause erzählt?
00:08:57: Wie ging's euch?
00:09:00: Ja, es gibt natürlich nicht die ideale Lösung.
00:09:03: tatsächlich, glaube ich, dass man einfach nochmal die Situation schildert was gestern passiert Bei wem man anfängt, das ist immer so eine Sache.
00:09:11: Also ob ich jetzt zuerst mich selbst vorstelle also mit meinen Selbstausdruck gebe oder ob ich erst die anderen Frage, also die Empathie sozusagen, gebe?
00:09:22: Das muss man ein bisschen gucken.
00:09:24: Ich finde zum Beispiel jetzt die Klasse total aufgebracht ist und... Du vielleicht auch merkst, die sind in Widerstand.
00:09:31: Die haben Vertrauen zu dir verloren.
00:09:33: Dann würde ich definitiv auch erst mal eine Empathie anfangen und dann sagen, ich habe gestern, als wir das so besprochen haben, geschrien ... Und wie du es gerade schon angeboten hast, habt ihr euch erschreckt?
00:09:46: Habt ihr Angst gehabt oder so wie auch immer, dass man ein bisschen was anbietet und dann die Kinder sich äußern können.
00:09:54: Andersrum... kann ich natürlich genauso auch den Start so machen, dass ich einfach noch mal die Situation schilder und dann auf diesen vier Ebenen.
00:10:02: Und tatsächlich finde ich ist das zumindest so wie es mir gerade vorstellt.
00:10:05: Wir haben vielleicht auch unterschiedliche Situation im Kopf aber dieses Ich wünsche mir das Wirkt auf mich im ersten Moment schon fast wieder ein bisschen konfrontativ.
00:10:16: Ich würde glaube ich wirklich erstmal fragen mit dieser Verbindungsbitte, wie hat das denn auf euch gewirkt?
00:10:21: Mich wird einfach interessieren, wie ihr das gestern wahrgenommen habt ja was ihr gedacht habt also dass man erst mal so in den Dialog reingeht.
00:10:29: Ja dankeschön!
00:10:30: Das ist sicherlich etwas was alle Lehrkräfte kennen, dass sie eine Situation haben die sie an die Grenze gebracht hat und wo sie nicht so reagiert haben Wie Sie das eigentlich vorhatten so dass sie vielleicht einen inneren Konflikt, vielleicht aber auch ein Konflkt mit der Klasse hatten.
00:10:46: Lass uns nochmal schauen wie können denn Lehrkräfte vorbildhaft mit anderen Konflikten umgehen?
00:10:52: Das tauchen Konflikte in der Schule auf... Was würdest du empfehlen als ersten Schritt was haben wir vielleicht auch in der Ausgabe gelernt?
00:11:01: Also Gewaltbarekommunikation ist ja auch ein Beispiel das auch in unserer Zeitschrift drinnen ist.
00:11:08: Dann noch ganz viel Wertschätzung zeigen, zuhören ernst nehmen.
00:11:12: Das sind natürlich auch ganz elementare Dinge die unsere Konfliktbearbeitung dazugehört.
00:11:20: Ich glaube, von der Freien Community-Schule in Darmstadt das Beispiel auch mit den SchülerinnenstreitschlichterInnen.
00:11:26: Also dass es eine Möglichkeit gibt und dass die Schülern untereinander Konflikte klären.
00:11:31: Für die Grundschule ist das auf diese Friedenstreppe.
00:11:34: Das ist im Endeffekt ein bisschen nach der gewaltfreien Kommunikation aufgebaut.
00:11:38: Wenn wir grundlegende Fertigkeiten wie zuhören, Ernsten oder Empathie Ja, vielleicht auch sogar noch stärkere Sachen, dass man auf das vielleicht Kinder sich selber auch Gefühle und Bedürfnisse anbieten können.
00:11:54: Dann habe ich da ganz viel schon reingebracht was dann hinterher nutzbar ist um auch tatsächlich einen Pflichtgutagieren zu können.
00:12:01: und das zum Beispiel dieser Ansatz der Peer-to-Peer Arbeit also von Schülerinnen für Schülerinnen natürlich ganz wichtig, dass die Schüler ja noch merken sie können untereinander Konflikte klären Genauso auch mit der Friedenstreppe eben.
00:12:16: Das ist ja auch etwas, was Schüler in untereinander machen.
00:12:18: und trotzdem aber auch die Idee das wir immer wieder mitgeben dass es auch Situationen gibt wo sie auch sich Unterstützung von Erwachsenen holen sollen also wenn der Konflikt nicht beigelegt werden kann, dass jetzt auch nicht für sich behalten müssen sondern dass es natürlich auch eine Klärung geben kann.
00:12:33: Ja, also ich glaube auch aus dem Artikel von Sabina Deutsch, wo es auch darum geht, dass dann auch so etwas im Klassenverband besprochen werden kann.
00:12:44: Aber das ist auch Situationen gibt, wo's tatsächlich nicht untereinander geklärt werden sollte, sondern wo auch Erwachsene mit einbezogen werden sollen.
00:12:51: Das ist zum Beispiel sowas wie Mobbing oder sexualisierte Gewalt.
00:12:55: Also hier ist dieses Pätzenes kein Verrat, sondern Hilfe holen, damit man diesen Satz prägt... und dass man dann gut auch die Hilfe der Erwachsenen nutzen kann.
00:13:10: Ich höre so zwei Aufforderungen an Lehrkräfte heraus, einmal Kindern- und Jugendlichen zutrauen Konflikte zu lösen das heißt nicht sofort in diese Lösung reinzugehen ich klär das und auf der anderen Seite aber auch gut hinzuhören wenn Kinder und Jugendliche, das nicht alleine lösen können.
00:13:30: Und sie dann auch nicht alleine
00:13:31: lassen.".
00:13:32: Das heißt ich brauche eigentlich ein feines Unterscheidungsgefühl.
00:13:36: wie eskaliert ist der Konflikt?
00:13:39: Wie kompetent ist vielleicht auch das Kind an sich dass sich an mich wendet?
00:13:44: Habe ich das so richtig zusammengefasst?
00:13:47: Auf der einen Seite ja und ich glaube, dass man auch Kindern aber frühzeitig mitgeben kann überwältigt sie so sehr.
00:13:56: Also das macht ihnen einfach so viel Sorgen, dass sie es auch nicht erst alleine probieren müssen sondern dass die sich dann an die Lehrkraft wenden können.
00:14:03: also auch in der Hinsicht würde ich auch stark auf das Bauchgefühl achten ja wenn sich irgendwas unangenehm anfühlt und einfach zuviel dass sie da sich auch an Lehrkraftschulsozialarbeit wenden kann Das ist auch nicht alles nur bei Lehrkräften laufen muss, sondern dass es ja auch unter anderem andere Akteurinnen an Schule gibt die genauso angesprochen werden können wie Schulsozialarbeit, Schulseelsorge, sozialpädagogische Fachkräfte vielleicht auch Menschen im Ganztag.
00:14:32: Also das da Personen auch sitzen, die ebenfalls eine Rolle spielen und vielleicht auch ansprechbar sind
00:14:39: Das würde ja auch bedeuten, dass Konflikte im Schulalltag also von morgens, sieben Uhr dreißig bis abends, sechzehn, dreißzig, siebzehn Uhr bis zum Abholen.
00:14:49: Dass es Zeiten und Orte gibt in denen Konflikte besprochen werden das sozusagen ganz alltäglich ist damit Kinder überhaupt erst in der Lage sind so ein Bauchgefühl zu entwickeln.
00:14:58: So eine Intuition kann ich das alleine schaffen.
00:15:03: Ja, also das ist auf jeden Fall was ja auch insgesamt einfach die Prävention dazu gehört.
00:15:06: Auch gut sich selbst die eigenen Gefühle gute Blick zu haben, sie auf sich selbst zu hören.
00:15:13: und tatsächlich würde ich auch nochmal einen Schritt vorangehen.
00:15:17: Ich würde nämlich auch schon beginnen bevor es überhaupt ein Konflikt gibt Und zwar liegt natürlich ganz viel auch da drin Was für eine Atmosphäre schaffe ich eigentlich vorher?
00:15:25: Also schaffe existenziell bedrohlich erlebt werden.
00:15:33: Also eine Sache von Kontaktabbruch oder ich stelle mich dadurch an den Rand, sondern in der Konflikte auch... als etwas Positives konnotiert werden.
00:15:41: Man darf unterschiedlicher Meinung sein, man darf sich auch mal streiten aber es gibt sozusagen Möglichkeiten, es gibt entweder Personen oder einfach Methoden die ist und die Haltung eben dies ermöglichen Konflikt auch gut zu regeln.
00:15:53: Und ich kann ganz viel ja auch schon vorher machen dass ich eine gute Atmosphäre schaffe indem ich auch schaue das sich viele positive Erlebnisse zwischen den Kindern und Jugendlichen in Gang setze Dass ich zum Beispiel auch immer wieder Gruppen mische Also keine, nicht immer das Gleiche mit dem ihr zählt jetzt mal ab oder ihr findet euch.
00:16:13: Sondern je regelmäßig Zufallsgruppen bildet damit auch Menschen schon merken ich muss nicht mit jedem befreundet sein aber ich kann mit jedem einigermaßen gut zusammenarbeiten und es ist auch schon ganz viel wert um auch Konflikten vorzubeuten.
00:16:29: Okay, das ist ein gutes Stichwort.
00:16:31: Wir haben einen Konfliktfall ganz konkret im Heft.
00:16:34: Nein wir haben mehrere.
00:16:35: aber über diesen konkreten möchte ich mit dir noch mal sprechen nämlich Inklusion.
00:16:40: Warum darf der was ich nicht darf?
00:16:43: Das sagen ja andere Schülerinnen und Schüler wenn ein Inklusionskind sozusagen Freiräume hat und sie das nicht verstehen warum darf dieses Kind etwas anderes Vielleicht auch verbunden mit ein bisschen Neid.
00:16:57: Was kann man als sehr krachter tun?
00:17:01: Es ist natürlich keine leichte Situation und ich glaube, für alle Seiten irgendwie verständlich.
00:17:06: Wichtig ist, so weit wie möglich es transparent zu sein.
00:17:11: Erst mal viele Kinder und Jugendliche wissen selbst wer einen gewissen Förder bedarf hat oder eben nicht.
00:17:18: oft gar nicht erahnen, sondern dass da schon so eine Kenntnis darst, die natürlich auch wieder viel mit Empathie zu tun hat.
00:17:25: Also wenn ich Empathiefördere ist das an der Stelle vielleicht auch schon kommt es vielleicht gar nicht so stark.
00:17:30: man könnte auch mit den Eltern und dem Kind mit dem Kind Mitförderbedarf vielleicht auch besprechen.
00:17:37: was kann man mit der Klasse nochmal gemeinsam besprechen?
00:17:41: Und vielleicht an manchen Stellen aber auch gucken Es gibt ja auch Vielleicht Förderbedarf wird ihr ansonsten gar nicht so vielleicht durch eine Diagnose oder so auch betitelt sind, aber wo ich vielleicht auch als Lehrkraft genauso sehr hart die Person braucht das und dass.
00:17:57: Also ich finde es manchmal interessant, dass ich durchaus Bedarfe sehe, wo ich gedacht habe... Ja, eigentlich müsste man da vielleicht auch stärker hingucken und da vielleicht mal eine Ausnahme machen.
00:18:09: Einfach weil das Kind das gerade braucht.
00:18:11: ja und ich denke jetzt nur zum Beispiel an Kinder und Jugendliche die vielleicht viel mehr Bewegung brauchen als andere.
00:18:18: Wenn Ausnahmen vielmehr die Regel werden dann fällt einer Ausnahme gar nicht mehr so stark auf?
00:18:23: Genau!
00:18:23: So wenn z.B.
00:18:24: von Anfang an inklusiv gearbeitet wird, ist es auch viel selbstverständlicher Jugendliche, das vielleicht als Mitarbeiter für eine Schule irgendwo erlebt.
00:18:33: Und dann denkt sie auch, ich finde es irgendwie unfair.
00:18:37: Also ich glaube, es braucht das Gespräch darüber auch das Ernst nehmen an der Stelle von Lehrkräfteseite, dass jemand das heißt unfair empfindet aber dann auch ne Transparenz und ne Klärung, ne Empathieförderung und vielleicht mal ein Auge zudrücken bei einer anderen Sache die dann erkennt ohne zugeschriebenem Förderbedarf vielleicht auch überhaupt.
00:18:56: Bis jetzt haben wir viele über Konflikte innerhalb der Klasse gesprochen.
00:18:59: Was ist denn, wenn eine Lehrkraft mit einer Schüler in einen Konflikt hat?
00:19:05: Ja an dieser Stelle finde ich das Konzept von Helga Bräuninger zu Beziehungsleeren eigentlich sehr spannend und habe es auch selbst mehrfach ausprobiert wo's auch darum geht also ganz verkürzt dass sich einfach Gut in Verbindung bleiben wir mit dem Schüler der Schülerin.
00:19:20: Was eben auch bedeutet, dass ich eben nicht zu schnell bewerte, ja?
00:19:24: Dass sich schon irgendwie Versuche auch zu verstehen was bei anderen Personen los ist und es gibt wie so eine Art Grundhaltung.
00:19:30: Ja das ist einmal ein bisschen die Akzeptanz, dass man auch sagt okay es ist so wie's ist gerade Situation ist so.
00:19:37: vielleicht kann ich innerlich das bewerten aber kann doch einfach mich ganz loslassen sagen es ist grad so wie´s ist.
00:19:43: Und als nächstes wäre es so ne Art Empathie, da sind wir auch bei den Bedürfnissen wieder.
00:19:48: Was steckt denn dahinter eigentlich?
00:19:51: Was für Bedürfen ist dahinter?
00:19:52: Warum macht das Kind das?
00:19:53: Ich erinnere so ein bisschen an das was ich eingangs gesagt habe mit jedes Verhalten hat einen guten Grund.
00:19:58: So steckt etwas dahinter und es vielleicht auch in gewissem Kontext gebunden.
00:20:02: Also Haggar Bräuninger hat die Intuition dass man irgendwie so ein bißchen zähnisch versteht und guck was ist denn gerade in dem Moment der Situation warum passiert das grade so?
00:20:12: Und dass man dann aber auch insgesamt so einen Ressourcenblick einnimmt.
00:20:16: Dass man schaut, was steckt denn vielleicht noch dahinter?
00:20:20: Was ist das Positive daran?
00:20:22: Welche Ressource, welche Kompetenz erkenne ich bei dem Kind an der Stelle oder kann es spiegeln, kann es nutzbar machen?
00:20:29: und da können wir ja relativ schnell sehen, dass die Haltung halt auch hier ausmacht.
00:20:33: also Ich kann Konflikt mit einer Schule inhaben So ein bisschen mit der Haltung so rangehe, kann ich den Konflikt vielleicht auch leichter lösen ohne dass das Kind jetzt irgendwie rausgeht aus der Verbindung.
00:20:48: Denn viel hat ja wirklich mit uns als Lehrkraft zu tun, dass dann auch wir da schon wirken können wenn da eben einfach eine gute Verbindung besteht
00:20:58: Die gute Verbindung als Schlüssel, so können wir nicht nur Teil des Problems sondern auch Teil der Lösung werden.
00:21:05: Wir haben in Klasse Leiten, Ausgabe XXVIII ganz viele ganz konkrete Hilfestellungen,
00:21:13: Tools
00:21:15: wie Beiträge zur Deeskalation die Methode Tetralemma, Konsent im Klassenraum Konfliktlösungsstrategien und verschiedene Empathietipps zum Demokratie lernen.
00:21:27: All das in einer Ausgabitzusammen, die Nicola Polzmann und ich zusammen mit anderen herausgegeben haben.
00:21:34: Vielen Dank, Nikola.
00:21:35: Danke
00:21:35: schön!
00:21:39: Das war Einfach
00:21:40: Unterrichten der Podcast von Friedrich Plus aus dem Friedrichverlag.
00:21:45: Wir bringen innovativen
00:21:47: Unterricht
00:21:47: für Lehrkräfte auf den Punkt.
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